Monatsbericht Dezember 2025

Sehr geehrte Anleger,

die globalen Aktienmärkte waren von einer insgesamt stabilen, regional jedoch uneinheitlichen Entwicklung geprägt. In Europa setzte sich die freundliche Tendenz zum Jahresende fort. Der EURO STOXX 50 stieg um +2,2%. Der DAX gewann +2,7% und der britische FTSE 100 legte um +2,2% zu. Besonders deutlich fiel der Anstieg im spanischen IBEX 35 (+5,7%) aus, während der französische CAC 40 mit +0,3% zurückblieb. In den USA kam es nach der starken Entwicklung der Vormonate zu moderaten Gewinnmitnahmen, begünstigt durch die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank und die Erwartung eines gemäßigteren geldpolitischen Lockerungszykluses. Der S&P 500 schloss mit –0,1% nahezu unverändert, während der technologielastige NASDAQ 100 um –0,7% nachgab. In Asien zeigte sich ein gemischtes Bild. Der japanische Nikkei konnte leicht um +0,2% zulegen, während der chinesische Hang Seng um –0,9% nachgab.

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Chart des Monats: Zinsausgaben der US-Bundesregierung in % des BIP

Das Diagramm zeigt die Entwicklung der laufenden Zinsausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung seit 1970.

Es zeigt, dass die Zinsausgaben in den 1980ern stark anstieg und bis Mitte der 90er bei rund 3% lag. In den 2000ern waren es lange ca. 1,5% und steig dann ab den 2020ern wieder stark an, so dass die Zinsausgaben 2025 wieder bei rund 3% liegen.

Quelle: FRED, EZB

Zinskosten als wichtige Messgröße

In den vergangenen Jahren stand häufig die Staatsverschuldung in Relation zur Wirtschaftsleistung (BIP) im Fokus. Mit dem Übergang in ein höheres Zinsregime rückt für die Kapitalmärkte jedoch zunehmend ein weiterer Faktor in den Vordergrund: die Kosten der Verschuldung, der Zinsdienst. In den USA liegen die jährlichen Zinszahlungen für 2025 bei rund 3% des BIP, was fiskalische Spielräume bereits jetzt einschränkt und politische Prioritäten beeinflusst. Für Investoren ist dabei weniger der Schuldenstand entscheidend als die Tragfähigkeit der Finanzierung. Steigende Zinsausgaben erhöhen den budgetären Anpassungsdruck und stellen Regierungen vor Entscheidungen, wie Defizite finanziert werden sollen. Bei ansteigenden und steilen Zinsstrukturkurven sind kurzfristige Finanzierungen günstiger. Diesen Weg hat die USA eingeschlagen und finanziert über 20% der Schulden am kurzen Ende. Dies kann insbesondere dann ein Risiko darstellen, wenn Zentralbanken Leitzinsen anheben, bspw. aufgrund der Inflation. Dies ist ein wichtiger Grund für den öffentlichen Druck des US-Präsidenten auf die Fed, die Leitzinsen zu senken. Eine Verlagerung auf längere Laufzeiten schafft Planungssicherheit, wird von Investoren aber nur gegen Risikoaufschläge, also höhere Renditen, akzeptiert. Langfristige Zinsen sind damit als Messgröße sowohl für die Bewertung von Staatsanleihen als auch für andere Anlageklassen wichtig, da sie Ertragserwartungen, Inflationserwartungen und Risikoprämien an den Kapitalmärkten widerspiegeln.

Unternehmen im Fokus

TRANSAKTIONEN

Zusatzversorgung

Folgende vier Bestandspositionen wurden nachgekauft: Ichor ist ein US-Spezialist für Gas- und ChemikalienZufuhrsysteme für Ätz- und Beschichtungsanlagen und als Zulieferer führender Halbleiter-OEMs positioniert. Das Unternehmen profitiert indirekt und zeitlich verzögert vom KI-getriebenen Investitionszyklus in der Halbleiterindustrie. In Q3 entwickelte sich der Umsatz mit +13% positiv. Die Ergebnisentwicklung blieb jedoch infolge einmaliger Inventarabwertungen sowie angefallener Restrukturierungskosten klar hinter dem Umsatzwachstum zurück. Diese temporären Belastungsfaktoren führten zu einer ausgeprägten Kurskorrektur, die für eine Aufstockung der Position genutzt wurde. Shell ist ein integrierter Energiekonzern mit einer starken Position entlang der Öl-, Gas- und LNG-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen profitiert insbesondere von seiner führenden Stellung im LNG-Geschäft sowie von einem im Vergleich zu früheren Zyklen strukturell niedrigeren Investitionsbedarf mit Fokus auf margenstarke Projekte. Dadurch bleibt die operative CashflowGenerierung auch in einem volatilen und zuletzt schwächeren Ölpreisumfeld robust und ermöglicht weiterhin attraktive Dividendenrenditen von aktuell rund 4% sowie laufende Aktienrückkäufe. Vor diesem Hintergrund und angesichts einer moderaten Bewertung wurde die Position aufgestockt. BASF ist ein weltweit führender Chemiekonzern mit breit diversifizierter Aufstellung und integrierter Wertschöpfungskette, die strukturelle Kostenvorteile ermöglicht. Die Ergebnisentwicklung ist derzeit durch eine regional uneinheitliche Industriekonjunktur sowie eine in Europa weiterhin verhaltene Nachfrage belastet. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen konsequent an der Anpassung der Kostenbasis und an der weiteren Fokussierung des Portfolios. Auf Basis der Substanz des Geschäftsmodells sowie einer attraktiven Dividendenrendite von aktuell rund 5% wurde das niedrige Kursniveau für einen Nachkauf genutzt. UPM ist ein diversifizierter Forst- und Industriekonzern mit solider Bilanzstruktur und hohem Eigenversorgungsgrad bei Energie, was die Kostenbasis stabilisiert. Die Ergebnisentwicklung ist derzeit durch eine zyklisch schwache Nachfrage belastet. Vor dem Hintergrund der strukturellen Stärke des Geschäftsmodells und der erwarteten schrittweisen Normalisierung der Nachfrage wurde die Position aufgestockt.

GE VERNOVA

Rationalinvest, Zusatzversorgung

GE Vernova ist ein globaler Anbieter von Energie- und Netztechnologie mit Fokus auf Stromerzeugung, Netztechnik und Speicherlösungen. Im dritten Quartal verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von rund +12%, getragen von höheren Auslieferungen und steigenden Serviceumsätzen im Power-Segment sowie einer anhaltend starken Nachfrage nach Netztechnik und Speicherlösungen im Bereich Elektrifikation. Diese Entwicklung reflektiert strukturelle Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze sowie den steigenden Strombedarf infolge der fortschreitenden Elektrifizierung und neuer Verbraucher wie Rechenzentren. Gleichzeitig führten der höhere Serviceanteil und eine verbesserte operative Effizienz zu einer deutlichen Margenexpansion. Diese operative Verbesserung spiegelt sich auch in der seit Jahresanfang mehr als verdoppelten Aktienkursentwicklung wider.

SQM

Aktieninvest, Zusatzversorgung

Sociedad Química y Minera de Chile (SQM) ist ein führender Produzent von Lithium und Spezialchemikalien mit einer starken Position entlang der Lithium-Wertschöpfungskette. Im dritten Quartal erzielte das Unternehmen ein Umsatzwachstum von rund +9%, getragen von RekordLithium-Verkaufsvolumina. Diese Entwicklung resultierte aus einer Kombination aus anhaltend hoher Nachfrage und einer Ausweitung der Produktionsmengen. Die höhere Absatzbasis wirkte sich deutlich positiv auf die Ergebnisentwicklung aus und führte zu einem kräftigen Anstieg des Nettogewinns sowie einer spürbaren Verbesserung der Nettomarge. Diese operative Dynamik unterstreicht die Skaleneffekte des Geschäftsmodells in einem weiterhin strukturell wachsenden Markt. Durch eine Partnerschaft mit der staatlichen Codelco in Form des Joint Venture „Novaandino Lithium“ ist die Lithiumproduktion im Salar de Atacama bis 2060 gesichert.